Kategorie-Archiv: Pädagogische Einrichtungen

Informelle Umweltbildung

Mehr über die „informelle Umweltbildung“ erfahren Sie hier im Naturpaedblog:

http://www.natur.paedblog.de/2016/01/07/informelle-umweltbildung/

Gruß

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Einführung in die Berufspädagogik

Im Berufepaedblog wird ein Leitfaden zur Berufspädagogik (Andreas Schelten, Pdf-Datei, 77 Seiten, TU München) benannt. Erfahren Sie hier mehr:

http://berufe.paedblog.de/2016/01/06/leitfaden-zur-vorlesung-einfuehrung-in-die-berufspaedagogik/

Gruß,

Silvio Ströver, Diplom-Pädagogik

Naturpädagogik: Umgang mit Wasser

In meinem Naturpaedblog finden Sie Links rund um das „Wasser-ABC“

http://www.natur.paedblog.de/2016/01/05/kopiervorlagen-zum-wasser-abc-fuer-grundschulkinder/

…nicht nur für Kinder, sondern gerade für Erwachsene:

http://www.natur.paedblog.de/2016/01/04/internetportal-fuer-wasser-und-abwasser/

Viele Grüße

Silvio Ströver, Dipl.-Päd.

Mediathek der Technischen Universität Dortmund

Auf der Seite der Technischen Universität Dortmund https://www.nrwision.de/programm/sendungen/themen/wissen.html können  Sie in der Mediathek des TV-Lernsenders für NRW verschiedene Beiträge der Wissens-Rubrik sehen.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche, interessante, weitere Beiträge (Lokales, Reiseberichte, „Städte von A-Z“, Talk, Interviews, Sport, Video-Charts…) im Programm:

https://www.nrwision.de/programm/sendungen.html

Gruß

Silvio Ströver, Dipl.-Päd.

Materialien zur Umweltbildung auf der Webseite von Greenpeace

Im Naturpaedblog erhalten Sie Tipps, um an umweltbildnerische Materialien von Greenpeace zu gelangen:

http://www.natur.paedblog.de/2016/01/02/greenpeace-bildungsmaterialien-zur-umweltbildung/

 

Gruß

Silvio Ströver

Angebote des Goethe-Instituts für Flüchtlinge und Ehrenamtliche

Das bekannte Goethe-Institut stellt Konzepte für Deutschkurse (für Kinder, Jugendliche und erwachsene Flüchtlinge), Lehrmaterialien und auch zum Teil kostenlose Downloads zur Verfügung: https://www.goethe.de/de/spr/unt/kum.html

Gruß

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

GEW-Materialien unabhängig vom Aufenthaltstatus

Tipps für Ehrenamtliche, wie man sich für Flüchtlinge engagieren kann, Film-Empfehlungen, Handreichungen, Handbücher oder Lernmaterialien für Flüchtlinge werden auf der Webseite der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in einer Auflistung angeboten:

http://www.gew.de/migration/flucht-und-asyl/material-fuer-die-praxis/

Gruß

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Kostenpflichtiges Angebot für den Deutschkurs für Flüchtlinge

Hier gibt es kostenpflichtiges Material für den Deutschkurs (nach dem Thannhauser Modell) für Flüchtlinge, das laut verschiedener Meldungen offenbar sehr beliebt zu sein scheint:

http://www.deutschkurs-asylbewerber.de/

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

LehrerInnengesundheit schützen

Auf der folgenden schweizer Webseite der Pädagogischen Hochschule  Luzern (Zentrum Gesundheitsförderung) erhalten Sie kostenlose Präsentationen und Anregungen, die sich um die Gesundheit(sförderung) von LehrerInnen drehen:

http://www.schulklima-instrumente.com/5-vernetzung-unterlagen/

Und hier finden Sie auf derselben Webseite weitere Erklärungen und Konzeptionen zur Gesundheitsförderung: http://www.schulklima-instrumente.com/praxishandbuch-gesunde-schule/

SchulsozialarbeiterInnen und (Dipl.) PädagogInnen sollten sich ebenfalls um diese Thematik bemühen, sofern sie z. B. in der Schulsozialarbeit eingesetzt sind und mit LehrerInnen zusammenarbeiten. Denn erfahrungsgemäß kommen sie in einem großen Lehrerkollegium immer wieder mit einzelnen LehrerInnen in Kontakt, die selbst mit psychischen Problemen zu kämpfen haben und einen Ansprechpartner suchen.

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Johann Amos Comenius (1592 – 1670): Der erste neuzeitliche Pädagoge

Johann Amos Comenius (geboren am 28.03.1592 – gestorben am 15.11.1670) kann zurecht als der erste Pädagoge bezeichnet werden, der neuzeitlich dachte und handelte (vgl. KNOOP; SCHWAB:  1999, S. 29).

Er wollte als Christ die Welt durch Erziehung und Bildung in Form von Schulen für „die gesamte Jugend beiderlei Geschlechts ohne jede Ausnahme“ (zitiert nach KNOOP; SCHWAB:  1999, S. 30) verbessern. Denn  durch einen verbesserten Unterricht sollte zugleich die Christenheit besser auf die nahende Wiederkunft des Herrn vorbereitet werden.  Da er als gläubiger Christ annahm, dass sich Gott der Schwächsten bedient, um an ihnen seine Größe und Herrlichkeit zu zeigen, war Comenius wichtig, besonders die Kinder und Jugendlichen der Landbevölkerung zu beschulen. Zudem wollte er Mädchen und auch besonders arme Jugendliche unterrichten.

Comenius wuchs im Mährischen in der Nähe von Prerov (Prerau) auf, wo er verschiedene Kulturen kennenlernte, und zwar die tschechische, die slowakische, polnische, ungarische, deutsche und österreichische Kultur. Er selbst hat tschechische Wurzeln (daher lautet sein nicht latinisierter Name auch Komensky). Der Vater war Müller und erzogen wurde Comenius gemäß einer protestantischen Gemeinschaft, die sich die „Böhmischen Brüder“ nannte.  Sie versuchten, dem Urchristlichen in ihrer Lebensart sehr nahe zu kommen. Früh verstarben Comenius‘ Eltern und zwei Geschwister. Erst mit 16 Jahren wurde trat er in eine Lateinschule in Prerau ein und siedelte später über in den Westen des damaligen Deutschen Reiches (Herborn / Nassau, dann nach Heidelberg).  Comenius machte früh Karriere und leitete bereits mit 22 Jahren die Prerauer Lateinschule. Sein Leben wurde jedoch stark durch den Dreißigjährigen Krieg (1618 – 2648) beeinflusst. Seine Frau und Kinder starben durch Seuchen, seine mühsam aufgebaute Bibliothek wurde stark beschädigt und  1627 wurde er als Protestant als „böhmischer Exulant“ ausgewiesen. In polnischen Exil Leszno (Lissa) stabilisierte sich sein Leben ein wenig, sodass er erneut heiratete und in seiner böhmischen Gemeinschaft eine bedeutende Rolle einnahm. Zudem wurde er dort Lehrer und als respektierter pädagogischer Schriftsteller tätig.  Inzwischen wurde er international beachtet und eingeladen. Am Stockholmer Hof wurde er fest beschäftigt und arbeitete weiter an seinen pädagogischen Schriften. Nachdem 1648 der sogenannte Friede von Münster und Osnabrück geschlossen wurde, wusste Comenius, dass er als evangelischer Christ weiterin im Exil bleiben musste. Daher zog er zurück nach Lissa, wo er Bischof wurde. Doch auch seine zweite Frau verstarb. Als er als Bischof in Ungarn und Siebenbürgen unterwegs war, setzte er als Pädagoge Schulpläne um.  Er heiratete erneut und arbeitete weiter an pädagogischen Reformen. 1656 wurde jedoch Lissa durch den polnisch-schwedischen Krieg stark getroffen, auch seine Bücherei erlitt dabei großen Schaden. So verbrachte er die letzten 14 Jahren in Holland, wo er noch eine didaktische Gesamtausgabe herausgeben konnte (vgl. KNOOP; SCHWAB:  1999, S. 30 – 31).

Interessant ist der Umstand, dass Comenius in einem zerrissenem Europa als Teil einer kleinen christlichen Gemeinschaft stets um Frieden geworben und für eine universaler Schule, Gemeinschaft, Sprache etc. eingetreten ist. Gleichwohl wollte er nicht, wie die Kriege und Schlachten bewiesen, auf Revolution und Gewalt, sondern auf Aufklärung und Erziehung setzen (vgl. KNOOP; SCHWAB:  1999, S. 32).

Comenius‘ didaktische Ziel war es, den Lehrern Arbeit zu ersparen und gleichzeitig die Effektivität von Unterricht zu erhöhen durch einen fortschrittlich gestalteten Unterricht.  Dabei geht Comenius im biblischen Sinne davon aus, dass die jungen Menschen lernfähig und auch lernbedürftig sind.  Er plädiert dafür, Jugendliche nicht durch Prügel und Strafe, sondern durch Vernunft zu erziehen. Denn Menschen seien als Ebenbild Gottes mit Vernunft ausgestattet, daher sei z. B. eine Prügelstrafe gleichzeitig mit einer Kränkung Gottes gleichzuetzen (vgl. KNOOP; SCHWAB:  1999, S. 32 – 33).

Silvio Ströver, Dipl.-Pädagoge

Benutzte Literatur:

KNOOP, Karl; SCHWAB, Martin: Einführung in die Geschichte der Pädagogik. Pädagogen-Porträts aus vier Jahrhunderten. Wiebelsheim: Quelle und Meyer Verlag, 4., durchgesehene und ergänzte Auflage, 1999, S. 29 – 41.

Tipp: Paedblog-Artikel:

Johann Amos Comenius – Ein bodenständiger Christ und Pädagoge: http://www.paedblog.de/2010/11/25/johann-amos-comenius-ein-bodenstandiger-christ-und-padagoge/

Pädagogisches Instrument: U-Prozedur

Das pädagogische Instrument „U-Prozedur“ dient dazu, bewusst zu machen, dass sich manche Organisationsformen historisch entwickelt haben und im Widerspruch stehen können zu Organisationsformen, die nach heutigem Stand eigentlich zu wünschen sind.

Als Beispiel kann die schulische Notengebung angesehen werden, denn einerseits wurde die Zensurengebung nur zur Aussonderung (Selektion) eingeführt. In weiteren Schritten wird überlegt, ob es eine Alternative dazu geben kann und falls dies der Fall ist, wie diese aussehen könnte.

Mehr dazu auf dieser hessischen Schuleundgesundheit-Webseite: http://www.schuleundgesundheit.hessen.de/tools/werkzeugnavigator/nutzer/schulleitungen/u-prozedur.html

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Methodenkoffer für die Soziale Arbeit

Einen sehr empfehlenswerten „Methodenkoffer“ für SozialarbeiterInnen und SozialpädagogInnen gibt es hier:

http://www.behaveblog.de/

Dort finden Sie aktuell Materialien zum Casemanagement, zur Fallbesprechung nach Balint oder nach Zimmermann, Impact-Techniken, Materialien zur verschiedenen Techniken der Gesprächsführung (z. B.  zur vorzeitigen Eingrenzung) und vieles mehr.

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge (der Fachrichtung Bildungs- und Sozialwesen)

Mittelalterliche Bildung

Die mittelalterliche Bildung war im Wesentlichen eine nach Ständen geordnete Angelegenheit. Erziehung und Bildung im Mittelalter war 1000 Jahre lang Einübung in das stets Bekannte. Denn das, was an Wissen vermittelt werden konnte, war immer schon das, was die Alten gelehrt hatten. So lernten junge Menschen im Großen und Ganzen, den Traditionen zu folgen und diese an ihre Nachkommen weiterzugeben. Das mittelalterliche Denken drehte sich im Kreis, was sich u. a. dadurch zeigte, dass manche Lehrbücher hunderte Jahre,  die ars minor des Donatus sogar fast 1000 Jahre lang, unverändert genutzt wurden.

Die schriftliche Form der mittelalterlichen Bildung beruhte (tragischerweise) auf einem Übersetzungsfehler des Ausdrucks septem arte liberales, denn diese Form der Bildung sollte sich eigentlich nach den sieben freien Künsten (sieben freien Disziplinen) richten, und nicht, wie fälschlicherweise übersetzt, sich nach sieben Buchwissenschaften.

Bereits die Griechen hatten zwischen dem 8. und 2. Jahrhundert vor Christus mit ihren vorsokratischen Denkern und Gelehrten, danach mithilfe der Sophisten und anschließend mit Sokrates, Platon und Aristoteles das kulturelle Fundament für Europa gelegt. Die Griechen zeichneten sich im Vergleich zu anderen Völkern durch einen enormen Bildungshunger aus:  Dabei entwickelten sie die Idee, der Mensch müsse zunächst seinen Körper stählen. Des Weiteren betonten sie, dass das Empfinden und das Gemüt verfeinert werden müsse. Sokrates entwickelte diese traditionelle Paideia (= Bildung) weiter, indem er die Schulung des Denkens einforderte. Doch trotz der kulturellen Leistungen der Griechen, die das europäische Denken entscheidend prägten, verlor Griechenland im Laufe seiner Geschichte an politischen Einfluss. Die Griechen lebten nicht in einem gemeinsamen Staat, sondern in einem Staatsverband: Mehrere griechische Stadtstaaten (= Polis) existierten nebeneinander, wobei es mal mehr oder weniger ein Mit- oder Gegeneinander war.

Die griechischen Staaten konnten sich zwar erfolgreich gegen das Perserreich behaupten, jedoch bekämpften sie sich in unterschiedlichen Konstellationen untereinander. Im Kampf gegen das nächste Großreich, und zwar gegen den Makedonenkönig Alexander des Großen (Regierungsantritt: 336 v. Chr.), verloren die griechischen Stadtstaaten erneut an Macht, da Alexander die aufständischen  Polis unterwarf. Doch durch seinen Vorstoß bis nach Indien ermöglichte Alexander es, dass die griechische Kultur bis nach Indien reichte.  Nach dem Tod des Makedonenkönigs bildeten sich hellenistische Großreiche, die nicht viel von den ursprünglichen griechischen Stadtstaaten gemeinsam hatten, denn die unterschiedlichen hellenistischen Großreiche umfassten riesige Gebiete von Unteritalien bis nach Indien und vom Schwarzen Meer bis nach Ägypten, sie umschlossen sogar Teile des heutigen Afghanistans. Die neuen Herrscher waren vorerst die Generäle (= Diadochen) des verstorbenen Makedonenkönigs, die sich das Großreich Alexanders aufgeteilt hatten und nun begannen, sich untereinander zu bekämpfen. Nach insgesamt sechs Diadochenkriegen stabilisierte sich die politische Lage, drei hellenistische Großreiche existierten nebeneinander, bis die Römer nach und nach ab 200 v. Chr. begannen, in die hellenistische Welt einzudringen und militärisch die Oberhand zu gewinnen.

Die griechische Antike endete mit dem Erstarken der hellenistischen Großreiche, wenngleich in der Zeit des Hellenismus der orientalische Kulturkreis viel von den hellenistischen Traditionen übernahm und umgekehrt der Orient einen starken Einfluss auf die hellenistische Kultur hatte.

Insgesamt überstand die hellinistische Kultur den politischen Zusammenbruch der hellenistischen Großreiche, sodass das antike Erbe der Griechen schließlich im Römischen Reich  und später nach der Teilung des Römischen Reichs (395 n. Christus) auch im Byzantinischen Reich (= oströmischer Teil) fortlebte. Teile Griechenlands wurden 146 v. Christus zur römischen Provinz. Erst 1830 wurde Griechenland wieder ein selbständiger Staat.

Ungeachtet dessen lebte die Kultur Griechenlands wie oben bereits erwähnt weiter.  Selbst, als die Araber die oströmischen Provinzen (Byzanz) 636 n. Chr. unterwarfen, übernahmen sie Teile der  hellenistischen Kultur. So gelangten hellenistische Traditionen über Umwege durch die Araber nach Sizilien und dann nach Spanien wieder ins Abendland. Nachdem nun im 5. Jahrhundert n. Chr. Hunnen und Germanen ins Römische Reich einfielen, und weitere Stämme Italien und die Stadt Rom plünderten, kam es allmählich zum Zerfall des römischen Weltreiches, das  380 n. Chr.  unter Konstantinopel das Christentum zur Staatsreligion erklärt hatte.

Das Christentum breitete sich daher in Europa durch Missionierung stark aus, wobei besonders im Byzantinischen Reich  griechische Traditionen wesentlich die nächsten Jahrhunderte prägte.  Das Byzantinische Reich wurde beschrieben als eine Mischung aus römischem Statswesen, aus kulturellen Einflüssen Griechenlands und aus dem Christentum. Die Byzantiner sahen sich selbst als Nachfolger des Römischen Reiches, jedoch war byzantinisches Denken und auch die Sprache griechisch. Nachdem das Byzantinische Reich nach dem Fall Konstantinopels 1453 zusammenbrach, brachten viele Flüchtlinge ihr Wissen und Einflüsse der griechischen Kultur in west- und osteuropäische Städte.

Da sich der christliche Kaiser Nikephoros (= Basileus) aus Byzanz als auch der fränkische König Karl der Große als Nachfolger des römischen Kaisers sahen, gab es zwischen beiden diplomatische Auseinandersetzungen, als Karl der Große sich am 25. 12.800 in Rom zum Kaiser krönen ließ.   Doch nachdem Nikephoros einige Jahre später fiel, kam es dazu, dass der Schwiegersohn den Kaisertitel Karls des Großens anerkannte, da er in ihm einen Verbündeten sah. Karl der Große begann in den nächsten Jahren mit der Neuordnung seines großen Frankenreiches. So wollte er u. a. die Voraussetzungen dafür schaffen, dass das riesige Gebiet besser verwaltet werden konnte. Daher stand zunächst eine Bildungsreform am Anfang dieser Neugestaltung an.

Äbte und Bischöfe gründeten in seinem Auftrag Schulen und Gelehrte aus ganze Europa wurden am Hofe zusammgengezogen, damit diese mit neuen Positionen ausgestattet wurden.  Karl I. schaffte einen neuen Dienstadel an und übertrug ihnen und den Hofgeistlichen wichtige Verwaltungsaufgaben.  Hieraus zeigt sich, dass schriftliche Bildung nur für Kleriker und Gelehrte vorgesehen war.  Kirchliche Einrichtungen bildeten im Mittelalter die Klöster-, Dom- und Stiftsschulen. Wie eingangs beschrieben, galt es im Mittelalter, sich nach den sieben Buchwissenschaften auszurichten, anstatt sich auf die sieben freien Künste zu beziehen, wie es ursprünglich von den Griechen gedacht war. Denn diese freien Künste sollten sich von den unfreien Künsten abheben, die sich lediglich auf die Sicherung der Existenz bezogen.  In der Antike mussten die Sklaven die Existenz der freien Bürger durch harte, körperliche Arbeit bestreiten. Nur, wer nicht gezwungen war, dem Broterwerb nachzugehen, der war wirklich frei, die sieben (eben freien) Künste auszuüben. Diese bestanden aus den sprachlich und logisch-argumentativ und aus den mathematisch ausgerichteten Fächern.  Im Mittelalter meinte man, aufgrund der falschen Übersetzung in die sieben Buchwissenschaften, dass sich das gesamte Bildungsgeschehen aus der Bibel ableiten ließe, obwohl eigentlich antike bzw. heidnische Ursprünge hinter dieser Art von Bildungskonzept steckten. Zudem kam es auch noch zu einer Verschiebung zugunsten der sprachlichen Fächer. Ca. 80 % des gesamten Bildungsgangs bestand aus der Vermittlung von Grammatik, Rhetorik und Dialektik und 20 % aus den vier mathematischen Disziplinen Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie.  Entscheidend war, dass die Abfolge dieser „Module“ nacheinander zu erlernen war. Das Lernen basierte hier auf einem abgeschlossenem System, das starr und unbeweglich war.  Dabei galt es, als Schüler die lateinische Sprache sehr gut zu erlernen, die keine Fremdsprache, sondern Weltsprache und zudem  fester Bestandteil des religiösen Alltags war. Und da alle weiterführenden Disziplinen nur auf Lateinisch unterrichtet wurden, erklärte sich, dass die lateinische Grammatik erst vollständig abgeschlossen werden musste, bevor das nächste Bildungs“modul“ an die Reihe kommen konnte. Ab Mitte des 14. Jahrhunderts wurde dieses Bildungskonzept folgerichtig weiter entwickelt: Nachdem die ersten Universitäten gegründet wurden, stand fest, dass die Studierenden zuerst eine Durchgangsfakultät (= Artistenfakultät) durchlaufen mussten, bevor sie danach ein theologisches, juristisches oder medizinisches Studium absolvieren durften.

Für den weltlichen Stand der Ritter, die das Lesen und Schreiben größtenteils nicht wertschätzten, war die Bildung eine nicht-schriftliche Angelegenheit: Im Gegensatz zu den administrativen Aufgaben, die der Klerus zu erfüllen hatte, standen bei den Rittern eher körperliche Ertüchtigungen und die Herausbildung einer musisch-ästhetischen Geschmacksbildung im Vordergrund. Dabei sollten bestimmte, ritterliche Tugenden, religiös umrahmt, eine zentrale Rolle bei der standesgemäßen Bildung spielen. Auch hier galt das Prinzip der sieben Fächer, die das Reiten, Schwimmen, den Pfeilschuss, das Fechten, Jagen, das Schachspiel, die Verskunst und zum Teil noch weitere „Künste“ vorsahen.

Im Handwerk galt ebenfalls die nicht-schriftliche Bildung. Nicht der Konkurrenzkampf untereinander, sondern die Zusammengehörigkeit zur Zunft bestimmte das Verhalten der Handwerker untereinander. Die Vermittlung von technischen Inhalten kann als Nachahmung von bereits bestehenden Techniken beschrieben werden.

Kaufleute nahmen eine im Vergleich zu den Handwerkern etwas abgehobene Stellung ein. Jedoch galt auch hier das Demonstrieren, Vorzeigen, das Vormachen und die übende Nachahmung als wesentliche Methode, um den Nachwuchs auf das kaufmännische Leben vorzubereiten. Jedoch kamen die Kaufleute durch ihre Reisen immer mehr dahin, die Schrift zu erlernen. So entstanden aus den ersten kaufmännischen Schulen, die zunächst noch zugleich kirchliche Schulen in lateinischer Sprache waren, die ersten deutschen und zugleich privaten Schreib-, Lese- und Rechenschulen.

Schließlich blieb für die Mehrheit der Landbevölkerung im Mittelalter nur noch eine Form der Bildung übrig:  Die meisten Kinder wuchsen in den landwirtschaftlichen Kleinbetrieb hinein und nahmen ohne die Möglichkeit zur Reflektion den Platz ein, der seit Geburt für sie feststand.

Silvio Ströver, Dipl.-Päd.

Benutzte Literatur:

Blankertz, Herwig: „Die Geschichte der Pädagogik. Von der Aufklärung bis zur Gegenwart.“ Wetzlar:  Büchse der Pandora, 1992.

Friedrich März: Personengeschichte der Pädagogik. Bad Heilbrunn / Obb.: Verlag Julius Klinkhardt, 1998.

Theodor Thesing: Leitideen und Konzepte bedeutender Pädagogen. Freiburg im Breisgau: Lambertus Verlag, 1999.

Wikipedia-Artikel:

https://de.wikipedia.org/wiki/Sieben_Freie_K%C3%BCnste

https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_der_Gro%C3%9Fe

https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_der_Gro%C3%9Fe

https://de.wikipedia.org/wiki/Hellenismus

https://de.wikipedia.org/wiki/Diadochenkriege

https://de.wikipedia.org/wiki/Antikes_Griechenland

https://de.wikipedia.org/wiki/Heiliges_R%C3%B6misches_Reich

https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsteilung_von_395

https://de.wikipedia.org/wiki/Konstantinische_Wende

https://de.wikipedia.org/wiki/Adel

Tipp: Weiterer Paedblog-Artikel zum Thema:

Der Minnesang Teil der ritterlichen Erziehung

http://www.paedblog.de/2012/12/04/der-minnesang-teil-der-ritterlichen-erziehung/

Wasserwelten per GPS

NaturpädagogInnen bedienen sich mit moderner Technik, um dem Nachwuchs zu zeigen, wie wichtig Wasser  für das (Über-) Leben ist: http://www.natur.paedblog.de/2014/03/14/wasser-spannende-umweltbildung-umweltbildung-durch-gps-bildungsrouten/

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Musteranschreiben für BewerberInnen

Damit Bewerberinnen und Bewerber eine Vorlage für ihr Anschreiben haben, hat die Bundesagentur für Arbeit zwei verschiedene Dateien dazu veröffentlicht. Lesen Sie im Berufepaedblog mehr darüber:

http://berufe.paedblog.de/2014/03/14/bundesagentur-fuer-arbeit-musteranschreiben-fuer-bewerberinnen/

Silvio Ströver, Dipl.-Pädagoge

Gefährliche Apps

Heute nutzen viele Konsumenten ein Smartphone. Diese sind wiederum mit sogenannten Apps ausgestattet. Zudem kann man sich viele, zusätzliche Apps einfach herunterladen und neu installieren. Wie unsicher solch kleine Programme für das Smartphone sein können, zeigt die Verbraucherzentrale in diesem Video:

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf der Webseite der Verbraucherzentrale: http://www.vzbv.de/13000.htm
Silvio Ströver, Dipl.-Päd.

Mertens Konzept der Schlüsselkompetenzen

In meinem Berufepaedblog thematisiere ich Mertens Konzept über Schlüsselkompetenzen. Dieser verfasste 1974 einen Artikel und forderte, dass es in einer sich rasch ändernden Gesellschaft absolut entscheidend sei, über diese Kompetenzen zu verfügen, Fähigkeiten, die weder zu konkret noch zu allgemein beschrieben werden dürften: http://berufe.paedblog.de/2014/03/10/dieter-mertens-schluesselqualifikationen-und-bildung-1974/

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

GEW: Gesundheit von PädagogInnen schützen

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat hier eine Pdf-Datei zum kostenlosen Download bereitgestellt mit dem Titel:

„Schaffen wir die Arbeit oder schafft sie uns?
Gesundheit von Pädagoginnen und Pädagogen–
Auswege aus der Überlastung“
Download-Link:
Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Kinder- und Jugendhilfe

Eine Broschüre des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend beinhaltet nicht nur das Achte Sozialgesetzbuch, sondern auch eine Einführung in das Aufgabengebiet der Kinder- und Jugendhilfe für Eltern, interessierte Jugendliche und für alle in der Kinder- und Jugendhilfe engagierten Bürgerinnen und Bürger und Fachleute. Hier können Sie sich kostenlose Exemplare per Post bestellen bzw. sich die Broschüre kostenlos als Pdf-Datei downloaden:  http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/Service/publikationen,did=3578.html

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge