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Strövers Paedblog » Behörden

Archiv für die Kategorie ‘Behörden’

Von der Extinktion zur Inklusion

Samstag, 24. September 2011

Hier habe ich einige pädagogisch relevante Links recherchiert, die auf Webseiten und Weblogs verweisen, die sich thematisch um die folgenden Begriffe drehen:

Extinktion (Recht auf Leben wird verwehrt, Tötung von Behinderten und “Andersartigen”, Euthanasie),

Exklusion (Recht auf Leben wird gewährt, jedoch die gesellschaftliche Teilhabe ausgeschlossen, kein Recht auf Bildung, Verstecken von Behinderten),

Sepparation & Segregation (behinderte Menschen werden beschult, jedoch in eigenen Schulen, getrennt von nichtbehinderten Kindern und Jugendlichen),

Integration (Behinderte werden aus den Sonder- und Förderschulen herausgenommen und als “nicht normale” Schüler/-innen passiv in die “normale” Schule aufgenommen, die sich (scheinbar) aktiv und einseitig um die optimale Förderung der Behinderten bemüht) bis hin zur

Inklusion (Grundgedanke: Vielfalt ist normal, alle Menschen werden gemeinsam beschult, je nach Begabung und Fähigkeiten, unabhängig vom Behindertenstatus):

Link-Sammlung zur Inklusionspädagogik:

AKTION-MENSCH.DE: Ein großer Schritt nach vorn. http://www.aktion-mensch.de/media/UN-Konvention.pdf bzw. Inklusion. http://www.aktion-mensch.de/aktion/inklusion/un-konvention.php

BEAUFTRAGTER DER BUNDESREGIERUNG FÜR BELANGE BEHINDERTER MENSCHEN: Suchergebnisse für “Inklusion”: http://www.behindertenbeauftragter.de/SiteGlobals/Forms/Suche/Servicesuche_Formular.html

BILDUNGSKLICK.DE: Inklusion. Eine Verpflichtung zum Systemwechsel. http://bildungsklick.de/a/67548/inklusion-eine-verpflichtung-zum-systemwechsel

BILDUNGSSERVER: Braucht Deutschland eine Pädagogik der Inklusion? http://www.bildungsserver.de/innovationsportal/bildungplus.html?artid=458

BILDUNGSSERVER: Suchergebnisse für “Inklusion” (Weitere wissenschaftliche Texte zur Inklusionspädagogik bei Eingabe des Begriffs “Inklusion”): http://www.bildungsserver.de/innovationsportal/metasuche/qsuche.html

BUNDESMINISTERIUM FÜR ARBEIT UND SOZIALES: Suchergebnisse für “Inklusion”: http://www.bmas.de/SiteGlobals/Forms/Suche/Expertensuche_Formular.html?resourceId=5266&input_=5244&pageLocale=de&csrftoken=EDF06ECA9EA628E7D1E8DCD88E6DA540&templateQueryString=Inklusion&themen=Teilhabe-behinderter-Menschen&themen.GROUP=1&docType=Basepage&docType=Law&docType=PBBook&docType=Publication%2CPBHandout&docType=Video&docType.GROUP=1&dateafter=tt.mm.jjjj&datebefore=tt.mm.jjjj&sortString=-score_&sortString.GROUP=1&searchArchive=0&searchArchive.HASH=9ed12692a6140ae8d6e4&searchIssued=0&searchIssued.HASH=80da22c7a6140ebdd0e4&submit=Senden#suchanker

LANDSCHAFTSVERBAND WESTFALEN-LIPPE (LWL): UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen – Inklusive Schule - http://www.lwl.org/LWL/Jugend/Schulen/UN_Konvention_fuer_die_Rechte_von_Menschen_mit_Behinderungen_Inklusion

STUGA: StugA – Inklusive Pädagogik (Universität Bremen): Was bedeutet eigentlich Inklusion? …und wie unterscheidet sie sich von der Integration? (02.12.2009) http://inklusive-paedagogik.blogspot.com/2009/12/was-bedeutet-eigentlich-inklusion.html bzw. http://inklusive-paedagogik.blogspot.com/

UNITED NATIONS ENABLE:  http://www.un.org/disabilities

WERNSTEDT, Rolf; JOHN-OHNESORG, Marei (Hrsg.): Inklusive Bildung. Die UN-Konvention und ihre Folgen. Schriftenreihe des Netzwerk Bildung. Friedrich Ebert Stiftung, Berlin, 2010: http://library.fes.de/pdf-files/studienfoerderung/07621.pdf

WIKIPEDIA: Inklusion (Soziologie). http://de.wikipedia.org/wiki/Inklusion_%28Soziologie%29

WIKIPEDIA: Sonderpädagogik http://de.wikipedia.org/wiki/Sonderp%C3%A4dagogik

WIKIPEDIA: Stufen schulischer Integration: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Stufen_Schulischer_Integration.svg&filetimestamp=20110604122759

WOCKEN, Hans: Vortrag zur Entwicklung der Qualitätsstufen der Behindertenpolitik und- pädagogik von Prof. Dr. Hans Wocken (Universität Hamburg):http://www.ev-akademie-boll.de/fileadmin/res/otg/501909-Wocken.pdf

ZEITSCHRIFT FÜR INKLUSION: http://www.inklusion-online.net/

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Nachtrag:

Weitere Links zur Inklusion:

GEMEINSAM LEBEN – gemeinsam lernen Olpe plus e.V.: Für Inklusion in der Region. http://www.inklusion-olpe.de bzw. http://www.inklusion-olpe.de/inklusion.php

MONTAG-Stiftung: Kommunaler Index für Inklusion – Vielfalt erkennen, wertschätzen und nutzen. http://www.montag-stiftungen.de/jugend-und-gesellschaft/jugend-gesellschaft-projekte/kommunaler-index-fuer-inklusion/kommunenundinklusion-konzept.html

DEFINITIVINKLUSIV: http://www.definitiv-inklusiv.org/

UNSESCO:Inklusive Bildung. http://www.unesco.de/inklusive_bildung.html bzw. MItglieder des Expertenkreises http://www.unesco.de/4842.html

Etwas Statistik für Soziologen & Pädagogen…

Sonntag, 11. September 2011

…gibt es hier:

http://www.destatis.de

Eine Rubrik bezieht sich auf die Bevölkerung: Folgende Themen sind hier unter anderem aufgelistet:

Bevölkerungsstand

Migration & Integration

Geburten & Sterbefälle

Eheschließungen & Scheidungen

Haushalte & Familien

etc…

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Bundesnetzagentur

Dienstag, 06. September 2011

Mündige Verbraucher informieren sich nicht nur über irgendwelche Produkte, sondern richten eventuelle Beschwerden auch an die richtige Stelle. Umso wichtiger, die Instanzen zu kennen, um etwas positiv verändern zu können. Die Bundesnetzagentur beschreibt sich selbst wie folgt:

Die Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen informiert über den deutschen Elektrizitäts-, Gas-, Telekommunikations- und Postmarkt, die rechtlichen Grundlagen und über wichtige Verbraucherrechte in diesen innovativen Märkten. Ferner hat die Bundesnetzagentur auch die Aufsicht über den Wettbewerb im Bereich der Eisenbahnschienennetze übernommen. Weiterhin ist die Bundesnetzagentur zuständige Behörde nach dem Signaturgesetz (Qualifizierte elektronische Signatur).

Zitat/Quelle: http://www.bundesnetzagentur.de

Sollten Sie z. B. unerlaubte Werbung per Telefonanruf bekommen (Bandansage etc.), legen Sie schnell auf und melden Sie dies umgehend der Bundesnetzagentur, die dann (normalerweise schnell) für Sie tätig werden kann:

http://www.bundesnetzagentur.de/cln_1912/DE/Verbraucher/RufnummernmissbrauchSpamDialer/RufnummernmissbrauchSpamDialer_node.html

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Notfallseelsorge, Feuerwehrseelsorge & Polizeiseelsorge

Donnerstag, 25. August 2011

Ergänzend zum vorherigen Blogbeitrag möchte ich an dieser Stelle auf die Webseite der Notfallseelsorge

http://www.notfallseelsorge.de

(Material zum Download: http://www.notfallseelsorge.de/mateinsatz.htm)

…auf die Feuerwehrseelsorge

http://www.feuerwehrseelsorge.de

…und auf die Polizeiseelsorge hinweisen:

http://www.polizeiseelsorge.de

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge & ausgeb. Notfallseelsorger

Kinderrechte in der Gesetzgebung, Verwaltung und in Bildungseinrichtungen berücksichtigen

Sonntag, 26. Juni 2011

Wo fängt es an, dass man Kinderrechte ernst nimmt?

Offenbar ist es dringend notwendig, dass der Gesetzgeber, die Verwaltung, die Hochschulen und Fachhochschulen neue Impulse benötigen, um die Menschenrechte von Kindern neu wahrzunehmen bzw. entsprechend zu berücksichtigen.

Das “Forum Menschenrechte” hat daher in Kooperation mit der Deutschen UNESCO-Kommission eine 80-seitige Broschüre (Pdf-Broschüre hier zum Download: http://www.unesco.de/fileadmin/medien/Dokumente/Bibliothek/FMR_fruehkindliche_Bildung_2011.pdf) mit wichtigen Empfehlungen herausgegeben.

Zu bestellen ist diese Broschüre hier:

http://www.unesco.de/5759.html?L=0

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Link-Tipp:

Wissensstest zu den Kinderrechten auf der folgenden Paedblogseite zu finden:

http://www.paedblog.de/2011/05/13/wissenstests-fuer-maedchen-jungen-auf-geolinod/

Bildung für wenige?

Sonntag, 21. November 2010

Wer ein Ziel hat, gibt sich selbst eine Richtung. Vor einem Jahrzehnt haben sich gleich 164 Länder auf dem sogenannten Weltbildungsforum 2000 mehrere Ziele gesteckt, die sie bis 2015 erreicht haben wollen. Die UNESCO hat dieses Programm “Bildung für alle” (Education for all / EFA) konzipiert, um weltweit etwas für die Bildung von Kindern zu tun. Die sechs wichtigsten Bildungsziele lauten:

“Ziel 1: Die frühkindliche Bildung soll ausgebaut und verbessert werden, insbesondere für benachteiligte Kinder.

Ziel 2: Bis 2015 sollen alle Kinder – insbesondere Mädchen, Kinder in schwierigen Lebensumständen und Kinder, die zu ethnischen Minderheiten gehören – Zugang zu unentgeltlicher, obligatorischer und qualitativ hochwertiger Grundschulbildung erhalten und diese auch abschließen.

Ziel 3: Die Lernbedürfnisse von Jugendlichen und Erwachsenen sollen durch Zugang zu Lernangeboten und Training von Basisqualifikationen (life skills) abgesichert werden.

Ziel 4: Die Alphabetisierungsrate unter Erwachsenen, besonders unter Frauen, soll bis 2015 um 50 Prozent erhöht werden. Der Zugang von Erwachsenen zu Grund- und Weiterbildung soll gesichert werden.

Ziel 5: Bis 2005 soll das Geschlechtergefälle in der Primar- und Sekundarbildung überwunden werden. Bis 2015 soll Gleichberechtigung der Geschlechter im gesamten Bildungsbereich erreicht werden, wobei ein Schwerpunkt auf der Verbesserung der Lernchancen für Mädchen liegen muss.

Ziel 6: Die Qualität von Bildung muss verbessert werden.”

Quelle: http://www.unesco.de/efa.html

Doch leider sind die Ziele offenbar nicht zu erreichen, so jedenfalls steht es im aktuellen Zwischenbericht der UNESCO für 2010: “…Doch insgesamt erfolgen die Fortschritte zu langsam, um das Ziel der Grundschulbildung für alle Kinder bis zum Jahr 2015 erreichen zu können…”

Quelle: http://www.unesco.de/efareport.html

So wird Roland Bernecker auf http://www.kindergarten-heute.de wie folgt zitiert: „Die große Bedeutung der frühkindlichen Bildung wird weltweit nach wie vor unterschätzt. (…) Weltweit nehmen Angebote frühkindlicher Bildung nur langsam zu.”

Quelle: http://www.kindergarten-heute.de/aktuelles/nachrichten/nachrichten.html

Man darf gespannt sein, ob die Ziele überhaupt erreicht werden.

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Öffentlich geförderte Forschung für die Öffentlichkeit transparent gestalten!

Samstag, 19. Dezember 2009

Wenn Sie etwas bezahlen, haben Sie normalerweise auch einen Anspruch darauf. Leider ist das nicht überall der Fall: Tatsächlich ist es (noch) so, dass Steuerzahler viele Forschungsprojekte finanzieren, aber leider keinen Anspruch darauf haben, Einblick in die Forschungsergebnisse zu bekommen. Und damit sich dieser Missstand ändert, haben Sie bis zum 22.12.2009 die Möglichkeit, eine Petition zu unterschreiben.

Hier ein Auszug aus dem Text der Petition:

“Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass wissenschaftliche Publikationen, die aus öffentlich geförderter Forschung hervorgehen, allen Bürgern kostenfrei zugänglich sein müssen. Institutionen, die staatliche Forschungsgelder autonom verwalten, soll der Bundestag auffordern, entsprechende Vorschriften zu erlassen und die technischen Voraussetzungen zu schaffen.”

Quelle: Siehe Link oben! Sorgen Sie bitte mit dafür, dass öffentlich finanzierte Forschungsergebnisse auch für jeden Bürger frei zugänglich gemacht werden! Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Definition der Frühen Hilfen

Freitag, 11. Dezember 2009

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe ”Begriffsbestimmung Frühe Hilfen” im Wissenschaftlichen Beirat des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen definieren den Terminus “Frühe Hilfen” u. a. wie folgt:

Frühe Hilfen bilden (…) Unterstützungssysteme mit (…) Hilfsangeboten für Eltern und Kinder ab Beginn der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren mit einem Schwerpunkt auf der Altersgruppe der 0- bis 3-Jährigen (vgl. http://www.fruehehilfen.de/index.php?id=4010). ”

Ziel ist es, nicht nur die Entwicklung der Kinder, sondern auch die Erziehungskompetenzen der Eltern zu verbessern. Dabei ist das Angebot der Frühen Hilfen sehr breit gefächert: Diese Hilfe hat präventiven und ergänzenden Charakter. Bereits werdende Eltern können vorsorglich Frühe Hilfen in Anspruch nehmen, erst recht Familien mit ihren jeweiligen, konkreten Problemen. Letzten Endes dienen diese Maßnahmen dem Kindeswohl.  Frühe Hilfen werden praktisch durch verschiedene Experten, aber auch durch verantwortliche Bürger ermöglicht. Es gilt, soziale Netzwerke zu stärken, die sich für Kinder und Familien einsetzen. Konkret ist eine “enge Vernetzung und Kooperation von Institutionen und Angeboten aus den Bereichen der Schwangerschaftsberatung, des Gesundheitswesens, der interdisziplinären Frühförderung, der Kinder- und Jugendhilfe und weiterer sozialer Dienste” (vgl. http://www.fruehehilfen.de/index.php?id=4010) nötig.

Neben der quantitativen Ausweitung der Frühen Hilfen wird auch an deren qualitativen Verbesserung gearbeitet.

Weitere Informationen auch auf der Hauptseite: http://www.fruehehilfen.de

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Sozialkompass Europa

Donnerstag, 25. Januar 2007

Diese Idee finde ich grundsätzlich nicht schlecht, einmal zu vergleichen, wie unterschiedlich weit die Sozialsysteme in Europa entwickelt sind.

Wer sich gerne einen aktuellen Überblick verschaffen möchte, klicke auf die folgende Seite:

http://www.bmas.de/coremedia/generator/16194/filter=Thema:Soziales+Europa/ergebnisse.html?Schlagwort=Sozialkompass&submitSearch=OK

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Ernährungspädagogik für die ökologische Ernährung

Samstag, 13. Januar 2007

Einen Link-Tipp über die Ernährungspädagogik (mit einer Definition des Begriffs) finden Sie in meinem Naturpaedblog:

http://www.natur.paedblog.de/2007/01/13/welche-lebensmittel-wann-einkaufen/

Ansonsten gibt es hier noch einen weiteren Link (nachgetragen eine Pdf-Dateizum Download aus dem Jahr 08/2007) zur Gesundheitsförderung:

http://www.ortenaukreis.de/media/custom/597_397_1.PDF?1234801224

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Gesetz zur Einführung des Elterngeld

Freitag, 29. Dezember 2006

Auf den Seiten des Bundesministeriums für Familie, Frauen, Senioren und Jugend liest man u. a.:

Bundesrat verabschiedet das Gesetz zur Einführung des Elterngelds!
Nach dem Deutschen Bundestag hat jetzt auch der Bundesrat das Gesetz zur Einführung des Elterngelds verabschiedet. Damit steht fest - das Elterngeldgesetz tritt wie geplant zum 1. Januar 2007 in Kraft.

Wer sich informieren möchte, wer Elterngeld erhält, kann diese Broschüre (im Pdf-Format) lesen und hier selbst überschlagen, wie hoch der Betrag sein könnte:

http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/PRM-24375-Broschure-Elternzeit.pdf

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Vox Paedagogica Online

Sonntag, 03. Dezember 2006

Hörbücher sind beliebt, wer sich mal zur Abwechslung erziehungswissenschaftliche Inhalte auf dem Weg zur Uni oder zur Arbeit auf seinem Mp3-Player anhören möchte, kann sich auf der hier folgenden Webseite interessante Ton-Dokumente downloaden:

“Vox Paedagogica Online ist ein im Aufbau befindliches digitales Tonarchiv zur deutschsprachigen Bildungsgeschichte des 20. Jahrhunderts. Im Zentrum der derzeitigen Begründungsphase stehen mündliche Selbstdarstellungen emeritierter Erziehungswissenschaftlerinnen und Erziehungswissenschaftler, die seit 2003 aufgenommen werden.
In der Folge ist vorgesehen, weitere Tondokumente über dieses Web-Angebot zur Verfügung zu stellen.”

http://www.bbf.dipf.de/vpo/
Sicher auch für all diejenigen interessant, die ein grundsätzliches Interesse an Erziehung und Bildung haben.

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Erziehung und Bildung in der DDR

Mittwoch, 08. November 2006

In letzter Zeit kam mir der Gedanke, dass es vielleicht auch heute noch so etwas wie eine pädagogische Ostalgie gibt, die unser pädagogisches Denken und Handeln (un-) bewusst leitet. Wenn man sich in den Medien umschaut, kann dieser Eindruck einer Ostalgie sicherlich bestätigt werden. Unter Ostalgie verstehe ich in erster Linie eine Romantisierung der ostdeutschen Vergangenheit. Wenn ich als Pädagoge über dieses Phänomen spreche, dann versuche ich, diese Ostalgie, wie ich sie nenne, unter pädagogischen Aspekten zu sehen. Gibt es so etwas, wie eine westdeutsche Siegermentalität, auch in pädagogischen Kreisen? Sicher mag das durchaus vorkommen, aber das wäre genauso unangebracht, wie eine Glorifizierung des kommunistischen Regiments, also eine Verklärung der DDR.

In einer Diskussion, an der ich teilnahm, wurde sinngemäß angedeutet, das heutige Bildungs-Deutschland würde gewisse Strukturen einführen, wie es in den Zeiten der sozialistischen Erziehung gängig und scheinbar auch ganz in Ordnung war, und zwar eine stärkere Verknüpfung von Unterricht und Betriebspraxis.

In der DDR war es bis zum Ende im November 1989 eine Tatsache, dass das Bildungswesen der SED unterstand (vgl. BASKE in ROTH: 1994, S. 566). Der Ministerrat war in diesem Kontext (Bildungwesen) dieser sozialistischen Einheitspartei untergeordnet und verfügte über drei Ministerien (M. für Volksbildung, M. für Hoch- und Fachschulwesen und das Staatssekretariat für Berufsbildung). SED-Beschlüsse waren auch im Bildungswesen bestimmend, die mithilfe parteilicher Instanzen und den Abteilungen für Volks- und Berufsbildung in Form einer Schulinspektion durchgesetzt und umgesetzt wurden. In (Hoch-) Schulen gab es keine Selbstverwaltung, sondern eine aus mindestens drei SED-Personen bestehende Leitung, die vorrangig bestrebt waren, SED-Politik vor Ort umzusetzen. Vertreter von Jugendorgansiationen hatten ein begrenztes Mitspracherecht, wenn es um Beratung ging.

Im Prinzip wird klar, dass die zentralistische SED-Struktur auch die Bildung komplett prägte: Ziel der DDR-Erziehung war die Bildung einer kommunistischen und sozialistischen Persönlichkeit, was besonders durch ideologische Lehre versucht wurde, die die marxistisch-leninistische Führung der Arbeiterklasse betonte.

Aufgrund staatlicher Programme erfolgte die pädagogische Arbeit schon im Krippen- und Kidnergartenwesen. DDR-Mütter wurden so auch entlastet und standen so der ostdeutschen Wirtschaft als Arbeitskraft zur Verfügung. Die vorschulische Betreuung war selbstverständlich kostenlos, nur das Essen musste bezahlt werden (vgl. BASKE in ROTH: 1994, S. 567 – 568).

Die zehnklassige “allgemeinbildende polytechnische Oberschule”, die “erweiterte a. p. O.”, die Sonderschulen und auch die Spezialschulen für Begabte standen für die sozialistische Schulbildung. Neben der sozialistischen Allgemeinbildung war die Anbindung an den Beruf ein zentrales Element der DDR-Bildung, sodass am Ende ein bewusst sozialistisch denkender und handelnder Mensch herauskommen sollte, der es versteht, sich an der kommunistischen Gesellschaft zu engagieren und diese mitzugestalten.

Die Berufsbildung (Volkshochschule, Betriebsakademie) sah vor, dass POS-Absolventen in zwei Jahren, ein kleiner Teil der Achtklässler in drei Jahren zum Facharbeiter ausgebildet wurden. Wer gar das Abitur in drei Jahren schaffte, erhielt gleich eine Doppelqualifikation, und zwar den Facharbeiterbrief und das Zeugnis mit der Hochschulreife. Neben einer verbindlichen, individuellen fachlichen Ausrichtung gab es auch gemeinsame Fächer, wie z. B. Staatsbürgerkunde, Sport etc.. Auch ungelernte und angelernte Kräfte wurden in der Berufsbildung zum Facharbeiter ausgebildet, sie holten also ihren Abschluss nach, “Werktätige” konnten ihre Schulbildung auffrischen und Facharbeiter einen Meister machen (vgl. BASKE in ROTH: 1994, S. 568 – 570).
Das Fachschulwesen vertiefte in 254 Fachrichtungen die vorhandene Berufsausbildung. Wer sich im technischen oder ökonomischen Bereich beruflich (höher) ausbilden lassen wollte, musste im Vergleich zu z. B. pädagogischen Berufsfeldern, in denen die POS ausreichte, auch über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen. 25-köpfige Seminargruppen lernten in 32 bis 36 Wochen-Stunden im stark verschulten Direktstudium, dass trotz der Verschulung das freie und eigene wissenschaftliche Denken und Forschen ermöglichen sollte.

Das Hochschulwesen sah zunächst vor, die Studentenzahl unter Arbeiter- und Bauernkindern zu erhöhen, in einer zweiten Reform (1951) wurde das marxistisch-leninistische Grundlagenstudium und das zehn-Monate-Studienjahr eingeführt. 1967 erfolgte schließlich die “‘Meisterung der wissenschaftlich-technischen Revolution’” (vgl. BASKE in ROTH: 1994, S. 570).
Ein besonderes Merkmal war die enge Verzahnung von Hochschule, Industrie, Landwirtschaft und Gesundheitswesen. Besonders Begabte wurden entsprechend individuell gefördert. Noch 1983 war man bemüht, die Hochschulbildung effizienter zu gestalten.

Man erkennt also unschwer, dass das gesamte Bildungswesen der sozialistischen und einheitlichen Erziehung unterstellt war. Wesentliche Inhalte und Formen gab die SED vor. Bildung war also ein Ergebnis ostdeutscher Politik und kommunistischer Ideologie.

Wenn man sich vergegenwärtigt, dass das DDR-System ganz und gar totalitär war, kann man sich vorstellen, dass Bildung unter diesen Voraussetzungen eine andere Qualität und Richtung aufweisen musste, als Bildung, die in einem Staat gestaltet wird, der eben nicht totalitär ausgerichtet und organisiert ist.
Bernhard Marquardt, gebürtig 1950 in Ostdeutschland, studierte Soziologie und Wirtschaftswissenschaften in der DDR. Als er in einer US-Botschaft 1982 um politisches Asyl bat, war seine berufliche Laufbahn in der DDR beendet, er kam 1983 nach Westdeutschland und schrieb u. a.: “DDR – Totalitär oder autorität?”

Als Kenner des DDR-Systems kommt er zur Auffassung, dass die DDR ein totalitäres Gebilde bzw. eine Diktatur sei, da mehr als “nur” autoritäre Züge vorlägen.
Er fasst sieben Punkte zusammen, die er in seinem Buch weiter ausgeführt hat:
1. Unter der Führung der SED wird die politische Willensbildung in monopolistischer und “pseudodemokratischer” (vgl. MARKQUARDT: 1986, S. 64) Art wesentlich bestimmt und geformt.
2. Die offizielle Ideologie wird mit einem Absolutheitsanspruch formuliert (der “neue Mensch”).
3. Es gibt eine Massenbewegung, die zentralistisch und hierarchisch organisiert ist.
4. Mithilfe von Leitung und Planung werden ganze Lebensbereiche bestimmt (”Verfügungsanspruch”).
5. Herrschaft wird über staatliche Sicherheitsorgane erhalten.
6. Das staatliche Nachrichtenmonopol diktiert.
7. Soziale Beziehungen und der ganze Bereich der Ökonomie werden stark kontrolliert (”Beherrschung des Alltags”)
(vgl. MARKQUARDT: 1986, S. 64 – 65).

Was auch immer die russische Besatzungsmacht mit Ostdeutschland vorhatte, als sie am 07.10.1949 die DDR konstituierte (Verkündung des Grundgesetztes der BRD: 23.05.1948), dieses totalitäre System sollte nach seinem 40. Geburtstag zusammenbrechen. Mit der Maueröffnung am 09.11.1989 kam es praktisch zur Auflösung der DDR. Am 23.08.1990 beschloss die DDR-Volkskammer mit einer Zweidrittel-Mehrheit den Beitritt zur BRD zum 03.10.1990. Mit dem Ende der SED endete dann natürlich auch die gesamte DDR-Erziehung, auch wenn gewisse Strukturen, wie z. B. ein besser entwickeltes Krippenwesen, noch heute vorhanden sind (vgl. DEUTSCHER BUNDESTAG: 1991).
Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Hier benutzte Literatur:

BASKE, Siegfried: Pädagogik und Bildungswesen in der ehemaligen DDR. In: ROTH, Leo (Hrsg.): Pädagogik. Studienausgabe. München: Ehrenwirth Verlag, 1994, S. 563 – 571.

Deutscher Bundestag, Referat Öffentlichkeitsarbeit (Hrsg.): Fragen an die deutsche Geschichte. Historische Ausstellung im Reichstagsgebäude in Berlin, Katalog, Bonn: 1991, 17. Auflage. S. 367 – 371; S. 432 – 454.

MARQUARDT, Bernhard: DDR – Totalitär oder autoritär? (Tatsache und Meinungen, Bd. 55) Schweizerisches Ost-Institut, Bern: Verlag SOI, 1986.