Kategorie-Archiv: DDR

Nachlese zur „Kevin-Studie“

Die berühmt-berüchtigte „Kevin-Studie“ zeigte auf, dass bestimmte Vornamen offenbar bereits ausreichen, um schulischen Misserfolg zu haben (siehe: http://eltern.t-online.de/vornamen-studie-schlechtere-schulnoten-fuer-kevin/id_42639538/index, http://www.sueddeutsche.de/leben/studie-kindernamen-und-vorurteile-schlaue-marie-dummer-kevin-1.40882, http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/ungerechte-grundschullehrer-auch-der-intelligente-kevin-ist-dumm-dran-a-649736.html oder auch: http://www.sueddeutsche.de/leben/studie-kindernamen-und-vorurteile-schlaue-marie-dummer-kevin-1.40882). Auch auf einer soziologischen Webseite werden zu diesem Thema einige Artikel dokumentiert: http://www.soziologie-etc.com/ps/namengebung.html.

Trotz des Umstands, dass der Name „Kevin“ offenbar doch nicht so gravierende Folgen für den schulischen Werdegang haben muss (siehe: http://eltern.t-online.de/vornamen-studie-schlechtere-schulnoten-fuer-kevin/id_42639538/index), wie zunächst angenommen, so ist offenbar erneut zur Kenntnis zu nehmen, dass es höchstens hier objektiven Zensuren gibt: http://www.fachportal-paedagogik.de/fis_bildung/suche/fis_set.html?FId=415023.

Soziologisch interessant ist übrigens auch, dass ostdeutsche Kinder bis zum Ende der DDR eher westliche bzw. amerikanische Namen wie „Mandy“ oder „Robby“ erhielten, während die westdeutschen Eltern skandinavische Namen wie „Jan“ oder „Sören“ für ihren Nachwuchs bevorzugten (siehe: http://www.n-tv.de/wissen/Kevin-ist-nicht-so-schlimm-article7612591.html).

Lesen Sie hier ein aktuelles Interview auf der Webseite der Süddeutschen Zeitung mit einem Lehrer, der berichtet, dass er eigentlich nur subjektiv benoten kann: http://www.sueddeutsche.de/bildung/zensuren-in-schulzeugnissen-noten-sind-ungerecht-und-subjektiv-1.1286734-2.

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

 

Gedächtnis unserer Nation: Bürgerinnen und Bürger erinnern sich und erzählen

Das ZDF hat ein einzigartiges Projekt ins Leben gerufen: Mit http://www.gedaechtnis-der-nation.de/ gibt es bereits jetzt schon die Möglichkeit, sich tausende Videos online anzuschauen, die die deutsche Geschichte, erzählt von Bürgerinnen und Bürgern unseres Landes, zeigen.

Weitere Informationen gibt es auf den Webseite des ZDFs http://www.zdf.de bzw. in der Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Ged%C3%A4chtnis_der_Nation

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Fonds Heimerziehung

Interessierte und durch Heimerziehung geschädigte Bürger/-innen  können sich auf der folgenden Webseite über Beratungsstellen, weitere Hilfemöglichkeiten, aber auch über Hintergründe und über aktuelle Ereignisse etc. informieren:

http://www.fonds-heimerziehung.de

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Das deutsche Staatsoberhaupt: Der Bundespräsident

Aus aktuellem Anlass verweise ich heute gerne auf einige Seiten, die sich thematisch um die Geschichte und Wahl des Bundespräsidenten drehen:

Offizielle Webseite des Bundespräsidialamts:

http://www.bundespraesident.de/DE/Home/home_node.html

Bundeszentrale für politische Bildung:

http://www.bpb.de/wissen/05904241918045221923749717999280

ARD-Wissensrubrik:

http://www.tagesschau.de/inland/bundesversammlung168.html

Planet Schule

http://www.planet-schule.de/wissenspool/staat-klar/inhalt/sendungen/der-bundespraesident.html

Wikipedia-Artikel „Bundespräsident (Deutschland)“:

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundespr%C3%A4sident_%28Deutschland%29

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

 

Bildungsvideos auf Bildungsklick.de

Zahlreiche Videos zur Erziehungswissenschaft, Pädagogik, Schule, Kindergarten etc. gibt es auf Bildungsklick.de:


Viele, weitere Bildungsvideos sehen Sie hier:
http://bildungsklick.de/topic/videos
Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Wikipedia-Portal zur Pädagogik

Ein Wikipedia-Portal zur Pädagogik vereinigt anschaulich die wichtigsten Pädagogik-Artikel:

http://de.wikipedia.org/wiki/Portal:P%C3%A4dagogik

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

„Der Lehrerfreund“ – Eine Webseite nicht nur für Lehrer

…sondern auch für all diejenigen, die etwas beibringen bzw. Wissen vermitteln wollen. Hier finden Sie zahlreiche Arbeitsblätter, z. B. zur Geschichte (z. B.  Unterrichtsentwürfe zur Geschichte Ägyptens: http://www.lehrerfreund.de/in/schule/1s/aegypten-unterrichtsmaterial/2553/ –  oder  Hintergründe zu dem Kindergesicht auf der Kinderschokolade von Ferrero: http://www.lehrerfreund.de/in/schule/1s/kinderschokolade-junge/2468/), zu Deutsch (z.B. zahlreiche Aufgabenblätter zur deutschen Literatur: http://www.lehrerfreund.de/in/schule/kat/Literatur), Politik, zur Pädagogik (http://www.lehrerfreund.de/in/schule/kat/Paedagogik), Medienpädagogisches (z. B. ein pädagogisches Arbeitsblatt zur Analyse von Webseiten: http://www.lehrerfreund.de/medien/webseiten-bewerten/AB_websites-bewerten.pdf) etc.:

http://www.lehrerfreund.de

Sehr empfehlenswert!

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Wozu die pädagogische Geschichte kennen?

Dr. Choroschewa N. W. [Lehrstuhl für die Fremdsprachen an der WGPU (Wolgograd)] wird Ihnen diese Frage selbst beantworten, und zwar in einem 26-seitigem Pdf-Dokument. Ein Überblick über die geschichtliche Entwicklung der Pädagogik mit einem Aufgabenteil:

“Geschichte der Pädagogik von der Antike bis Gegenwart

Lehrmittel in der deutschen Sprache”

Um den Text zu lesen, klicken Sie bitte auf den folgenden Link:

http://vspu.ru/kafedra-inostrannyh-yazykov/dopolnitelnje%20materialj

/nemeckii-yazyk/uchebno-metodicheskie-posobiya/geschichte-

der-paedagogik-istoriya-pedagogiki-sbornik-tekstov-na-nemeckom-

yazyke-sostavitel-horosheva-n.v

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Die Geschichte der Pädagogik in aller Kürze auf Wissen.de

Einen guten, knappen Überblick über die Geschichte der Pädagogik gewinnt man auf der folgenden Webseite von Wissen.de: http://www.wissen.de/wde/generator/wissen/ressorts/bildung/index,page=1216766.html Gerade für Schüler im Pädagogik-Unterricht oder für Pädagogik-Erstsemester sind kurze, einführende und überblicksgebende Informationen wichtig, um schnell die wesentlichen Fakten zu kennen. Der Link-Tipp soll Lust auf mehr Pädagogik machen.

Nachtrag: Alternativ klicken Sie auf die Geschichtsseite und geben dort entsprechende Stichworte ein:

http://www.wissen.de/geschichte

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Deutsche Geschichte: Die Berliner Mauer

Ein interessanter Link nicht nur für Geschichtslehrerinnen und -lehrer:

http://www.chronik-der-mauer.de

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Erziehung und Bildung in der DDR

In letzter Zeit kam mir der Gedanke, dass es vielleicht auch heute noch so etwas wie eine pädagogische Ostalgie gibt, die unser pädagogisches Denken und Handeln (un-) bewusst leitet. Wenn man sich in den Medien umschaut, kann dieser Eindruck einer Ostalgie sicherlich bestätigt werden. Unter Ostalgie verstehe ich in erster Linie eine Romantisierung der ostdeutschen Vergangenheit. Wenn ich als Pädagoge über dieses Phänomen spreche, dann versuche ich, diese Ostalgie, wie ich sie nenne, unter pädagogischen Aspekten zu sehen. Gibt es so etwas, wie eine westdeutsche Siegermentalität, auch in pädagogischen Kreisen? Sicher mag das durchaus vorkommen, aber das wäre genauso unangebracht, wie eine Glorifizierung des kommunistischen Regiments, also eine Verklärung der DDR.

In einer Diskussion, an der ich teilnahm, wurde sinngemäß angedeutet, das heutige Bildungs-Deutschland würde gewisse Strukturen einführen, wie es in den Zeiten der sozialistischen Erziehung gängig und scheinbar auch ganz in Ordnung war, und zwar eine stärkere Verknüpfung von Unterricht und Betriebspraxis.

In der DDR war es bis zum Ende im November 1989 eine Tatsache, dass das Bildungswesen der SED unterstand (vgl. BASKE in ROTH: 1994, S. 566). Der Ministerrat war in diesem Kontext (Bildungwesen) dieser sozialistischen Einheitspartei untergeordnet und verfügte über drei Ministerien (M. für Volksbildung, M. für Hoch- und Fachschulwesen und das Staatssekretariat für Berufsbildung). SED-Beschlüsse waren auch im Bildungswesen bestimmend, die mithilfe parteilicher Instanzen und den Abteilungen für Volks- und Berufsbildung in Form einer Schulinspektion durchgesetzt und umgesetzt wurden. In (Hoch-) Schulen gab es keine Selbstverwaltung, sondern eine aus mindestens drei SED-Personen bestehende Leitung, die vorrangig bestrebt waren, SED-Politik vor Ort umzusetzen. Vertreter von Jugendorgansiationen hatten ein begrenztes Mitspracherecht, wenn es um Beratung ging.

Im Prinzip wird klar, dass die zentralistische SED-Struktur auch die Bildung komplett prägte: Ziel der DDR-Erziehung war die Bildung einer kommunistischen und sozialistischen Persönlichkeit, was besonders durch ideologische Lehre versucht wurde, die die marxistisch-leninistische Führung der Arbeiterklasse betonte.

Aufgrund staatlicher Programme erfolgte die pädagogische Arbeit schon im Krippen- und Kidnergartenwesen. DDR-Mütter wurden so auch entlastet und standen so der ostdeutschen Wirtschaft als Arbeitskraft zur Verfügung. Die vorschulische Betreuung war selbstverständlich kostenlos, nur das Essen musste bezahlt werden (vgl. BASKE in ROTH: 1994, S. 567 – 568).

Die zehnklassige “allgemeinbildende polytechnische Oberschule”, die “erweiterte a. p. O.”, die Sonderschulen und auch die Spezialschulen für Begabte standen für die sozialistische Schulbildung. Neben der sozialistischen Allgemeinbildung war die Anbindung an den Beruf ein zentrales Element der DDR-Bildung, sodass am Ende ein bewusst sozialistisch denkender und handelnder Mensch herauskommen sollte, der es versteht, sich an der kommunistischen Gesellschaft zu engagieren und diese mitzugestalten.

Die Berufsbildung (Volkshochschule, Betriebsakademie) sah vor, dass POS-Absolventen in zwei Jahren, ein kleiner Teil der Achtklässler in drei Jahren zum Facharbeiter ausgebildet wurden. Wer gar das Abitur in drei Jahren schaffte, erhielt gleich eine Doppelqualifikation, und zwar den Facharbeiterbrief und das Zeugnis mit der Hochschulreife. Neben einer verbindlichen, individuellen fachlichen Ausrichtung gab es auch gemeinsame Fächer, wie z. B. Staatsbürgerkunde, Sport etc.. Auch ungelernte und angelernte Kräfte wurden in der Berufsbildung zum Facharbeiter ausgebildet, sie holten also ihren Abschluss nach, “Werktätige” konnten ihre Schulbildung auffrischen und Facharbeiter einen Meister machen (vgl. BASKE in ROTH: 1994, S. 568 – 570).
Das Fachschulwesen vertiefte in 254 Fachrichtungen die vorhandene Berufsausbildung. Wer sich im technischen oder ökonomischen Bereich beruflich (höher) ausbilden lassen wollte, musste im Vergleich zu z. B. pädagogischen Berufsfeldern, in denen die POS ausreichte, auch über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen. 25-köpfige Seminargruppen lernten in 32 bis 36 Wochen-Stunden im stark verschulten Direktstudium, dass trotz der Verschulung das freie und eigene wissenschaftliche Denken und Forschen ermöglichen sollte.

Das Hochschulwesen sah zunächst vor, die Studentenzahl unter Arbeiter- und Bauernkindern zu erhöhen, in einer zweiten Reform (1951) wurde das marxistisch-leninistische Grundlagenstudium und das zehn-Monate-Studienjahr eingeführt. 1967 erfolgte schließlich die “‘Meisterung der wissenschaftlich-technischen Revolution’” (vgl. BASKE in ROTH: 1994, S. 570).
Ein besonderes Merkmal war die enge Verzahnung von Hochschule, Industrie, Landwirtschaft und Gesundheitswesen. Besonders Begabte wurden entsprechend individuell gefördert. Noch 1983 war man bemüht, die Hochschulbildung effizienter zu gestalten.

Man erkennt also unschwer, dass das gesamte Bildungswesen der sozialistischen und einheitlichen Erziehung unterstellt war. Wesentliche Inhalte und Formen gab die SED vor. Bildung war also ein Ergebnis ostdeutscher Politik und kommunistischer Ideologie.

Wenn man sich vergegenwärtigt, dass das DDR-System ganz und gar totalitär war, kann man sich vorstellen, dass Bildung unter diesen Voraussetzungen eine andere Qualität und Richtung aufweisen musste, als Bildung, die in einem Staat gestaltet wird, der eben nicht totalitär ausgerichtet und organisiert ist.
Bernhard Marquardt, gebürtig 1950 in Ostdeutschland, studierte Soziologie und Wirtschaftswissenschaften in der DDR. Als er in einer US-Botschaft 1982 um politisches Asyl bat, war seine berufliche Laufbahn in der DDR beendet, er kam 1983 nach Westdeutschland und schrieb u. a.: “DDR – Totalitär oder autorität?”

Als Kenner des DDR-Systems kommt er zur Auffassung, dass die DDR ein totalitäres Gebilde bzw. eine Diktatur sei, da mehr als “nur” autoritäre Züge vorlägen.
Er fasst sieben Punkte zusammen, die er in seinem Buch weiter ausgeführt hat:
1. Unter der Führung der SED wird die politische Willensbildung in monopolistischer und “pseudodemokratischer” (vgl. MARKQUARDT: 1986, S. 64) Art wesentlich bestimmt und geformt.
2. Die offizielle Ideologie wird mit einem Absolutheitsanspruch formuliert (der “neue Mensch”).
3. Es gibt eine Massenbewegung, die zentralistisch und hierarchisch organisiert ist.
4. Mithilfe von Leitung und Planung werden ganze Lebensbereiche bestimmt (”Verfügungsanspruch”).
5. Herrschaft wird über staatliche Sicherheitsorgane erhalten.
6. Das staatliche Nachrichtenmonopol diktiert.
7. Soziale Beziehungen und der ganze Bereich der Ökonomie werden stark kontrolliert (”Beherrschung des Alltags”)
(vgl. MARKQUARDT: 1986, S. 64 – 65).

Was auch immer die russische Besatzungsmacht mit Ostdeutschland vorhatte, als sie am 07.10.1949 die DDR konstituierte (Verkündung des Grundgesetztes der BRD: 23.05.1948), dieses totalitäre System sollte nach seinem 40. Geburtstag zusammenbrechen. Mit der Maueröffnung am 09.11.1989 kam es praktisch zur Auflösung der DDR. Am 23.08.1990 beschloss die DDR-Volkskammer mit einer Zweidrittel-Mehrheit den Beitritt zur BRD zum 03.10.1990. Mit dem Ende der SED endete dann natürlich auch die gesamte DDR-Erziehung, auch wenn gewisse Strukturen, wie z. B. ein besser entwickeltes Krippenwesen, noch heute vorhanden sind (vgl. DEUTSCHER BUNDESTAG: 1991).
Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Hier benutzte Literatur:

BASKE, Siegfried: Pädagogik und Bildungswesen in der ehemaligen DDR. In: ROTH, Leo (Hrsg.): Pädagogik. Studienausgabe. München: Ehrenwirth Verlag, 1994, S. 563 – 571.

Deutscher Bundestag, Referat Öffentlichkeitsarbeit (Hrsg.): Fragen an die deutsche Geschichte. Historische Ausstellung im Reichstagsgebäude in Berlin, Katalog, Bonn: 1991, 17. Auflage. S. 367 – 371; S. 432 – 454.

MARQUARDT, Bernhard: DDR – Totalitär oder autoritär? (Tatsache und Meinungen, Bd. 55) Schweizerisches Ost-Institut, Bern: Verlag SOI, 1986.