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Pädagogisches Instrument: U-Prozedur

Das pädagogische Instrument „U-Prozedur“ dient dazu, bewusst zu machen, dass sich manche Organisationsformen historisch entwickelt haben und im Widerspruch stehen können zu Organisationsformen, die nach heutigem Stand eigentlich zu wünschen sind.

Als Beispiel kann die schulische Notengebung angesehen werden, denn einerseits wurde die Zensurengebung nur zur Aussonderung (Selektion) eingeführt. In weiteren Schritten wird überlegt, ob es eine Alternative dazu geben kann und falls dies der Fall ist, wie diese aussehen könnte.

Mehr dazu auf dieser hessischen Schuleundgesundheit-Webseite: http://www.schuleundgesundheit.hessen.de/tools/werkzeugnavigator/nutzer/schulleitungen/u-prozedur.html

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Der Minnesang Teil der ritterlichen Erziehung

Einen interessanten Überblick über die historische Entwicklung des Minnesangs erhalten Sie auf einer Webseite für Freundinnen und Freunde des Mittelalters:

http://www.mittelaltermusik.de/minnesang.html

Dort erfahren Sie u. a., dass in der Frühphase (1150 – 1170 n. Chr.) des Minnesangs Themen wie „Werbung, Sehnsucht, Scheiden, Fremdsein und Verzicht“ eine zentrale Rolle spielten. Mit der Zeit veränderte sich jedoch der Begriff der Minne, bis er schließlich durch den Liebesbegriff abgelöst wurde.

Aber, um beim Minne-Terminus zu bleiben, hierbei wurden drei Ebenen unterschieden: Zum einen gab es die sogenannte hohe Minne, die – sehr umstritten – ebene Minne und schließlich die niedere Minne.

Mit der hohen Minne wird im Gesang der Umstand beschrieben, dass der männliche Werbenden um eine adlige, unnahbare Frau wirbt, die ihn jedoch ignoriert. Jedoch steht sie hier für das Tugendhafte und Vernünftige.  Daher wirbt dieser Mann, der gesellschaftlich unter der Frau steht, immer wieder um diese tugendhafte und doch für ihn unerreichbare Frau und wird dadurch in seiner gesellschaftlichen Position im Kontext der feudalen Gesellschaft nur bestärkt. Der Mann darf sich sicher sein, allein, dass er sie besingen, ehren und ihr huldvoll dienen darf, auf besondere Weise geehrt und moralisch vervollkommnet zu werden.

Die niedere Minne bezeichnet hier jedoch eher Gegenteiliges. So wird hier der Umstand beschrieben, dass ein Mann – z. B. ein Ritter –  eine im gesellschaftlichen Stand niedriger stehende Frau, beispielsweise eine Magd, begehrt und eine sexuelle Beziehung zu ihr hat. Hier ist nichts mehr von einem Streben nach einer tugendhaften und unnahbaren Frau, die möglicherweise der Adelsschicht gehört, zu spüren. Ganz im Gegenteil, scheint hier der Mann ein einfaches Spiel zu haben, da er die Frau quasi wie Wild „erbeuten“ kann. Hier ist nichts Edles, nichts Vernünftiges, sondern nur noch Banales zu sehen.

In der ebenen Minne besingt der Minnesänger eine Situation, in der die nicht-höfische Frau höfische Eigenschaften aufweist und sich tugendhaft verhält, indem sie „treu“, „beständig“ und eine „innere Güte“ besitzt. Beide sind auch hinsichtlich einer sexuellen Beziehung zueinander gleichberechtigt. Daher wird dieser Begriff der ebenen Minne zum Teil abgelehnt, da dies nicht der mittelalterlichen Lebenswirklichkeit entsprach. Denn die Gesellschaft des Mittelalters war durch und durch hierarchisch strukturiert. Daher konnte es kein gleichberechtiges Neben- oder Miteinander geben.

Jedoch besteht Zweifel, ob auch die hohe Minne eine Beschreibung der mittelalterlichen Lebenswelt entspricht, da auch hier davon auszugehen ist, dass es sich hierbei um eine literarische Spielerei handelte.

Zur Vertiefung des Minnebegriffs können Sie auch gerne in der Wikipedia nachschauen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Minne

http://de.wikipedia.org/wiki/Hohe_Minne

http://de.wikipedia.org/wiki/Niedere_Minne#Wortgeschichte

http://de.wikipedia.org/wiki/Ebene_Minne

Die erzieherische Bedeutung des Minnesangs im Mittelalter beschreibt die Webseite http://www.pohlw.de/literatur/epochen/ma.htm#Minnesang wie folgt ganz treffend damit, dass die Minnedichtung und der Minnedienst Teil des ritterlichen Tugend- und Erziehungssystems darstellte.

Ein zentrales Element des Ritterideals bestand im Verzicht bzw. in der Selbstüberwindung. Eine Kriegerkaste sollte sich enthalten, um für einen Kampf gewappnet zu sein.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch ein Blick in die Gesangspädagogik. In einem informativen Wikipedia-Artikel finden Sie eine kurze Einführung in die Gesangspädagogik und mit dieser knappen Darstellung können Sie die historische Entwicklung des Minnesangs insgesamt besser nachvollziehen: http://de.wikipedia.org/wiki/Gesangsp%C3%A4dagogik.

Wenn Sie sozialpädagogische Gruppenarbeit oder Geschichtsunterricht zum  Minnesang durchführen, können Sie zudem auf der nächstgenannten Webseite Unterrichtsmaterialien und Arbeitsbögen downloaden: http://www.4teachers.de/?action=show&id=5959

Zudem erhalten Sie hier eine gute Zusammenfassung, die die Erziehung und  Unterricht im ausgehenden Mittelalters kurz beschreibt: www.unet.univie.ac.at/~a0501290/Erziehung_und_Unterricht_am_Ausgang_des_Mittelalters.doc

Finden Sie zudem im Fachportal Pädagogik FIS (= Fachinformationssystem Bildung)  pädagogische Literatur zum Stichwort „Minnesang“: http://www.fachportal-paedagogik.de/fis_bildung/fis_list.html?feldname1=Schlagw%F6rter&feldinhalt1=Minnesang&ckd=yes&mtz=200

Der Minnesang war also ein wesentlicher Bestandteil der ritterlichen Erziehung. Noch vor dieser Phase der ritterlichen Erziehung gab es die klerikale, geistliche Erziehung im Frühmittelalter. Nach der ritterlichen Erziehung im Hochmittelalter folgte die bürgerlich-geprägte Erziehung im Spätmittelalter, woraufhin schließlich der Humanismus, die Renaissance bzw. das Zeitalter der Reformation anknüpfte und damit den Weg der Aufklärung bereitete.

Bevor man das sehr spezielle Thema des Minnesangs in der Schule oder im Geschichtskurs vermitteln will, sollte man also stets den Gesamtzusammenhang verdeutlichen, indem man z. B. in groben Zügen die einzelnen Phasen des Mittelalters skizziert und darüber hinaus auch die Zeiträume in etwa angibt. Denn viele Schüler wissen nicht, dass das gesamte Mittelalter ca. 1000 Jahre währte und von 500 n. Chr. bis ca. 1500 n. Chr. andauerte.

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Die Geschichte der deutschen Sprache kennenlernen

Die deutsche Sprache wird weltweit gesprochen (vgl. http://www.hausderdeutschensprache.eu/index.php?option=com_content&task=view&id=13&Itemid=9). Es scheint jedoch so, als ob der Einfluss des Deutschen gesunken ist (vgl. auch http://www.7thesenwissenschaftssprache.de/ oder http://www.hausderdeutschensprache.eu). Galt das Deutsche einst als ideale Wissenschaftssprache, liest man heute u. a. kritische Artikel wie z. B. http://www.welt.de/politik/article2038479/EU_diskriminiert_die_deutsche_Sprache.html.

Es ist daher vielleicht ganz interessant, zu wissen, wie die deutsche Sprache entstanden ist, hierzu ein Link: http://www.udoklinger.de/Deutsch/Grammatik/Gesch.htm

Ein weiterer Link derselben Webseite führt auch zur Geschichte der deutschen Literatur:

http://www.udoklinger.de/Deutsch/Gesch/inhalt.html

Auch die Universität Kiel hat entsprechende Materialien veröffentlicht, die helfen, die geschichtlichen Prozesse der deutschen Sprache zu verstehen:

http://www.linguistik-online.uni-kiel.de/germanistik_I.htm

Ebenso können Sie sich hier eine Pdf-Datei der Webseite zur deutschen Sprachentwicklung  http://www.rhetorik-netz.de/rhetorik/deutsch.htm herunterladen: http://www.rhetorik-netz.de/rhetorik/PDF/Die_Entstehung_der_Deutschen_Sprache.pdf

Schließlich gibt es hier einen Link zur Sprachpädagogik:

http://www.ingrid-biermann.de/138/IGP_Weiterbildungen/Sprachp%C3%A4dagogik.html

…und hier einen Link zur Universität Hannover:

http://www.ifs.phil.uni-hannover.de/sprachpaedagogik-therapie.html

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Weitere Klassiker der Pädagogik

Hier finden Sie eine sehr informative Lernplattform der Historischen Pädagogik:

http://www.lrz.de/~geschichtepaed/f_start.html

Auf einer der pädagogischen Webseiten von Werner Stangl werden ebenfalls einige pädagogische Klassiker/-innen beschrieben:

http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/WISSENSCHAFTPAEDAGOGIK/Anfaenge-Paedagogik.shtml

Die Stadt Jena (Thüringen) präsentiert u. a. einige ihrer Persönlichkeiten, die zum Teil für die pädagogische Geschichte relevant waren :http://www.jena.de/sixcms/detail.php?id=11242

Schließlich können Sie auch auf der Seite der Infostelle des Deutschen Kinderhilfswerkes einige – für Kinderrechte sehr bedeutsame Pädagoginnen und Pädagogen – kennenlernen: http://www.kinderpolitik.de/kinderrechte/uebersicht.php?page_id=unk_wegbereiter

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Die Kultur der Inka – 100 Jahre Wiederentdeckung von Machu Picchu

Wer an Geschichte interessiert ist, kann sich hier auf der Seite des Deutschen Bildungsservers sehr gut über die Kultur der Inka informieren:

http://www.bildungsserver.de/zeigen.html?seite=9432

Auf dieser Seite hat Christina König (FWU Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht) zahlreiche interessante Links zum Thema recherchiert und kommentiert. Neben einer „Kinderzeitmaschine“ gibt es auch Materialien zum Download für den Geschichtsunterricht. Prima!

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Pädagogische Geschichte gegen das pädagogische Vergessen

Immer wieder gibt es Kontroversen, wie Kinder zu erziehen seien. Ab und zu erscheinen Bestseller, die als Ratgeber in Sachen Erziehung oder Schulpädagogik vorgeben, die „wahre“ Erziehungsmethode gefunden zu haben. Hier und da tauchen manche „Reformer“ auf, die glauben, die „neue“ Erziehung beschreiben zu können. Immer wieder gibt es jemanden, der plötzlich Rousseau bejubelt oder die Theorien von Ellen Key, Ludwig Gurlitts oder Alexander Sutherland Neills (vgl. MÄRZ: 1998, S. 17). Dabei wird oft das „pädagogische Rad“ quasi neu erfunden. Häufig fehlt das geschichtliche Bewusstsein, was dazu führt, dass manche Utopien und Ideale aus alter Zeit wieder neu ausgedacht und als neu „verkauft“ werden. Und somit wiederholen sich manche Fehler der Vergangenheit: „derjenige, der die Geschichte grundsätzlich ignoriert, (…), ist dazu verdammt, sie wiederholen zu müssen (zitiert von MÄRZ: 1998, S. 17). Interessanterweise gibt es offenbar auch in der Pädagogik eine Tendenz, sich von der Tradition und von geschichtlichen Fakten zu entfernen. Es ist scheinbar nicht vorstellbar, dass auch zu früheren Zeiten Menschen kritisch gedacht, gehandelt und aus Fehlern gelernt haben. Die Gefahr liegt auf der Hand: In der Ignoranz des bereits Geschehenen wird oft das scheinbar neu ausgedachte Gute nicht als das erkannt, was bereits in der Vergangenheit sich als fehlerhaft und illusionär herausgestellt hat. Eine irrige Annahme lautet oft, man lebe im Zeitalter des Fortschritts, jedoch ist lediglich ein technischer Fortschritt erkennbar (mit allen Risikofaktoren, wie z. B. dem sogenannten Restrisiko bei der angeblich sauberen und sicheren „Kernenergie„), nicht jedoch ein Fortschritt im Bereich der Humanität etwa oder im Bereich des menschlichen Nachdenkens. So gibt es auch in der Pädagogik keinen geradlinigen Weg von unten nach oben, sondern lediglich einige Zickzack-Kurven in beide Richtungen. Spannend ist zu beoachten, dass gerade die scheinbar aufgeklärten Pädagogen (und Theologen und Philosophen) marktschreierisch ihre gegenwartsbezogene Pädagogik anpriesen und pädagogische Geschichte links liegen ließen. Manch ein pädagogisch formulierter Gedanke war sehr rückständig, überhaupt nicht modern und wird auch heute noch als aktuelle Wunderwaffe gegen zappelige Schüler oder unerzogene Kinder etc. wie neu gefeiert (vgl. MÄRZ: 1998, S. 7-22). Daneben gab und gibt es immer wieder Leute,  die sich ernsthaft um historisches Faktenwissen bemüht haben, um wirklich neuartige pädagogische Ansätze und Ideen zu formulieren. Es ist sicher folglich nicht verkehrt, die pädagogischen Wurzeln zu kennen und darauf aufzubauen.

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Quelle:

Fritz März: Personengeschichte der Pädagogik. Ideen – Initiativen – Illusionen. Bad Heilbrunn / Obb.: Verlag Julius Klinkhardt, 1998, S. 7-22.

Geschichte für Kinder kindgerecht erklärt

Lilipuz ist eine Webseite des Westdeutschen Rundfunks (WDR 5). Diese Seite steht für das Hörfunk-Kinderprogramm des WDR. Das Kinderradio vermittelt auch im Internet auf gute Weise, was in der Welt gerade geschieht und bietet viele Informationen, Kultur-, Freizeit- und Spieletipps. Eine Rubrik, die ich besonders spannend fand, ist der „Zeitkreisel“: Geschichte. Spannendes aus der Vergangenheit.“ Klicken Sie auf den folgenden Link, um mehr Geschichte zu erleben:

http://www.lilipuz.de/wissen/zeitkreisel/liste

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge